Es war eine Handvoll neugieriger Journalistinnen und Journalisten, die sich am Dienstag unter ebenso kundiger Leitung auf die Spuren von Napoleon III. begaben. Bereits in Konstanz, beim «Goldenen Adler» an der Marktstätte 8, konnte Dominik Gügel von vielfältigen wirtschaftlichen Tätigkeiten der Familie Bonaparte berichten, die Leben in die verschlafene freie Reichsstadt brachten. So beteiligte sich Königin Hortense, die Mutter von Prinz Louis Napoléon Bonaparte, unter anderem an Textilunternehmen und gründete die erste Dampfschifffahrtsgesellschaft am Bodensee. Ihre Entwürfe für Stoffe, die Napoleon I. in schmachtender Poste auf dem Felsen von St. Helena zeigten, erwiesen sich damals als wahre Renner.
Vom Schiff aus betrachtet, entfaltete die Fassade des Schlosses Gottlieben, die Prinz Louis Napoléon zu Ehren seiner ersten Verlobten Mathilde in einen venezianischen Palazzo umgestalten liess, ihre ganze Pracht. Gemäss Gügel genoss der junge Prinz Schwimmunterricht durch seinen Diener und machte sich einen Spass daraus, um die Wette zur Insel Reichenau zu schwimmen und seine Gäste dabei in kalte Strömungen geraten zu lassen. Gemäss dem Bericht eines Spions, welcher die Aktivitäten der Familie Bonaparte auszukundschaften versuchte, schwamm der Prinz so schnell, dass er ihm mit dem Ruderboot kaum folgen konnte.
Dominik Gügel wusste auch zu berichten, dass der junge Louis, Bürger der Gemeinde Salenstein, der Schulgemeinde vorstand und den Bau des lokalen Schulhauses unterstützte. Legendär sind auch seine Schiessversuche mit Kanonen auf die Insel Reichenau, die der Bevölkerung jeweils mit dem Hinweis, «man möge doch bitte vorsichtig sein», vorgängig mitgeteilt wurden.
Weitere Stationen der Medienfahrt waren unter anderem das Schloss Eugensberg, das Schloss Salenstein sowie der Wolfsberg, eine ehemaligen Fremdenpension, die als Gästeschloss des Arenenbergs fungierte und im Hofzeremoniell eine wichtige Rolle spielte.
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Die Gaststätte «Zum Goldenen Adler» in Konstanz war die erste Unterkunft von Hortense und des damals siebenjährigen Prinz Louis am Bodensee.
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Kinderspielplatz eines Prinzen: die Petershauser Seite in Konstanz.
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Für seine Verlobte, die Venedig über alles liebte, liess Louis am Schloss Gottlieben eine venezianische Fassade aufbauen.
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Christina Egli und Dominik Gügel vor dem Schloss Salenstein, von dem aus die Gräfin von Dino das Leben der Bonapartes auf dem Arenenberg ausspionierte.
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Colonel Parquin führte einst ein vornehmes Gästehaus auf Schloss Wolfsberg, in dem die Besucher abstiegen, bevor sie eine Einladung auf den Arenenberg erhielten.