«Es wäre nicht mehr verantwortbar gewesen, länger in Frauenfeld zu bleiben», betonte Andreas Fritschi, Chef des Amtes für Informatik, am Dienstag vor den Medien. «Der Standort an der Schlossmühlestrasse war für ein Rechenzentrum absolut ungeeignet. Das Gebäude war öffentlich zugänglich und auch wegen der anderen Mieter, unter anderem einem Fitnesscenter mit Saunalandschaft, bestanden hohe Sicherheitsrisiken». Um die elementarsten Sicherheitsstandards wie gesicherten Zugang oder unterbruchsfreie Stromversorgung zu gewährleisten, hätten in Frauenfeld rund zwei Millionen Franken investiert werden müssen.
«IT-Sicherheit und langfristiger Erhalt der Daten haben in einer öffentlichen Verwaltung einen sehr hohen Stellenwert», erklärte Fritschi. Immerhin habe man mit hochsensiblen Daten aus dem medizinischen Bereich, der Rechtspflege, des Steuerwesens oder des Grundbuchamtes zu tun. Aus diesem Grund habe man schon 2004 überlegt, wie das Schutzziel «physische Sicherheit» verbessert werden könne. Auch ein Neubau sei in die Überlegungen einbezogen worden. Dass dann im TKB-Betriebszentrum entsprechende Räume frei wurden und langfristig (zehn Jahre fest, Option für weitere fünf Jahre) gemietet werden konnten, bezeichnete Fritschi als absoluten Glücksfall. Die TKB-Räumlichkeiten in Weinfelden, von Anfang an als Rechenzentrum konzipiert, erfüllten alle Anforderungen bezüglich Sicherheit und Infrastruktur.
In einem ersten Schritt wurde lediglich das Rechenzentrum des AfI nach Weinfelden verlegt. Gemäss Didi Schaltegger, Leiter IT-Betrieb, sind zurzeit 15 AfI-Mitarbeitende am neuen Standort beschäftigt. Ab 1. Januar 2007 wird das gesamte Amt für Informatik, insgesamt 60 Personen, nach Weinfelden verlegt sein. Im Südtrakt des Betriebszentrums im Roos wird das AfI dann drei Stockwerke belegen, eines davon ausschliesslich für Büroräume. «Eine Trennung der Organisation kam nicht in Frage» begründet Andreas Fritischi den Entscheid, den der Regierungsrat im Februar 2005 traf. Die Eliminierung der Sicherheitsrisiken rechtfertigt auch den Umstand, dass die Mietkosten in Weinfelden pro Jahr rund 200 000 Franken höher sind. In Frauenfeld wird lediglich noch einer der beiden Datensicherungsroboter installiert sein, die heute in Weinfelden die Backups (Sicherheitskopien) sicherstellen.
Auf einem Rundgang erhielten die Medienvertreter Gelegenheit, das Zutrittsprozedere mitzuerleben und die Einrichtungen in den beiden 120 Quadratmetern grossen Räumen des Rechenzentrums zu besichtigen. Insgesamt sind in Weinfelden 267 Rechner und 50 Netzwerkgeräte installiert. Damit werden rund 4000 Arbeitsplätze bedient. Am Kommunikationsnetzwerk TGNet sind 750 Rechner und 6000 aktive Ports beteiligt. Neben der Kantonalen Verwaltung zählen auch die Spital Thurgau AG, die Politischen Gemeinden und Schulgemeinden im Thurgau, die Spitex sowie Grundbuchverwaltungen von zwölf anderen Kantonen zu den Kunden des AfI.
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| Ermöglichten Einblick ins AfI-Rechenzentrum in Weinfelden: Andreas Fritschi (links), Chef des Amtes für Informatik, sowie Didi Schaltegger, Leiter IT-Betrieb. | Systemspezialist Michael Balser ist einer von 15 Mitarbeitenden, die bereits nach Weinfelden umgezogen sind. | Insgesamt 267 Rechner und 750 Netzwerkgeräte sind in zwei Räumen installiert. |
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| Der Google-Server, der die Internetsuche auf www.tg.ch unterstützt. | Spezielle Infrastruktur: Im doppelten Boden verlaufen Tausende von Kabeln. |