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Öffentliche Schlossführung: Den Tod stets vor Augen

Memento mori oder übersetzt «gedenke des Todes» offenbart die Weltanschauung der Menschen im Mittelalter. Die untrennbare Verbindung zwischen Leben und Tod widerspiegelt sich auch in der mittelalterlichen Kunst, wovon einige Exponate in der Ausstellung des Historischen Museums Thurgau zeugen.

Die eigene Vergänglichkeit war im Mittelalter kein Tabu. Die Menschen bereiteten sich mittels Tugendhaftigkeit und Gottesfurcht auf das Leben im Jenseits vor. Auch die Kunst aus der Zeit bekundet diese Geisteshaltung. An der öffentlichen Führung vom Samstag, 9. März 2019, um 15. 00 Uhr im Schloss Frauenfeld beleuchtet Kunsthistorikerin Dr. Margrit Früh den Umgang der Menschen mit dem Tod im Mittelalter anhand verschiedener Werke in der Ausstellung auf Schloss Frauenfeld.

Der Tod in der Kunst

Ein Aspekt der Memento-mori-Kultur war das Gedenken an Verstorbene. So kommen an der Tour Kunstwerke aus Kirchen und Klöstern zur Sprache, welche die Allgegenwart des Todes geradezu mustergültig versinnbildlichen. Ein ausdrucksvolles Beispiel ist ein Glasgemälde mit der Darstellung des Erzengels Michael und der Seelenwaage, mit der er Gut und Böse abwägt. In der einen Schale sitzt die Seele einer verstorbenen Person, während der Teufel die andere Waagschale zu beschweren versucht.

Auch im weltlichen Bereich gibt es mittelalterliche und spätere Werke zu entdecken, die an das Sterben erinnern – manchmal jedoch nur bei genauem Hinsehen. Ob Glasgemälde, Skulptur oder sinnhafte Sprüche auf Ofenkacheln, Margrit Früh weiss sie zu deuten und gewährt Besucherinnen und Besuchern einen fachkundigen Einblick in den Umgang mit der Vergänglichkeit in früherer Zeit. 

Die Führung findet um 15 Uhr im Schloss Frauenfeld statt. Eintritt frei, ohne Anmeldung

Erzengel Michael mit der Seelenwage versinnbildlicht die Allgegenwart des Todes.
Erzengel Michael mit der Seelenwage versinnbildlicht die Allgegenwart des Todes.

Veranstaltungsort

Schloss Frauenfeld
8500  Frauenfeld

Allgemeine Angaben

Tel. +41 58 345 73 80
historisches.museumNULL@tg.ch
https://historisches-museum.tg.ch

Organisation

Historisches Museum Thurgau