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Letzte öffentliche Führungen: Am Puls der Zeit. 300 Jahre Thurgauer Weltindustrie in 60 Minuten

Innovationskraft statt Apfelmost, verdingte Kinder statt ländliche Idylle, Umweltsünden statt grüne Matten: Die Sonderausstellung «Schreck & Schraube. Weltindustrie im Thurgau» im Alten Zeughaus Frauenfeld rüttelt am landläufigen Bild des Thurgaus – und beleuchtet an zwei letzten Führungen die Sonnen- und die Schattenseiten der kantonalen Industriegeschichte.

Der Thurgau gilt als Landwirtschaftskanton. Historisch betrachtet entspricht dieses Image nicht der Realität. Am Samstag, 20. Oktober 2018, um 13.30 und um 15 Uhr bietet das Historische Museum Thurgau noch zwei Mal die Gelegenheit, an einer aufschlussreichen Tour d’Horizon mit Ausstellungskurator Dr. Dominik Schnetzer die andere Seite des vermeintlichen Apfelkantons kennenzulernen.

Thurgauer Pioniere

Was hat Silicon Valley mit Hauptwil zu tun? Welche Liaison besteht zwischen dem Islikoner Unternehmer Bernhard Greuter und Indien? Weshalb sorgen Einwanderer aus Deutschland für einen unvergleichlichen wirtschaftlichen Aufschwung im Thurgau des 19. Jahrhunderts? Die Geschichte der Industrialisierung im Thurgau ist von brillanten Köpfen, tatkräftigen Ausländern und mutigen Unternehmern geprägt. Die rasante Entwicklung im Kanton hinterlässt aber auch Verlierer.  

Kehrseiten und Nischenmärkte

Umweltschäden, soziale Konflikte, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken: Die Kehrseiten des Fortschritts sind nicht von der Hand zu weisen. Dominik Schnetzer thematisiert an der Führung diese eklatanten Missstände, die heute in Drittweltländern nach wie vor Tatsache sind. Er zeigt zudem auf, wie Schweizer Unternehmen erfolgreich durch Krisen navigieren und immer wieder Spitzenprodukte hervorbringen. Was macht uns so erfolgreich?

Industrialisierung erleben

Ein Highlight der Führung: Spinn-Expertin Sybill Boller nimmt die Spinning Jenny in Betrieb. Die erste industrielle Spinnmaschine und Arbeiterschreck im 18. Jahrhundert bringt in England die Industrialisierung ins Rollen. Wenn die schweizweit einzige Replik im Einsatz ist, wird schlagartig klar, wie die Industrialisierung die Existenz der Heimarbeiterinnen und -arbeiter in Frage gestellt hat.

Am Ende entscheiden Besucherinnen und Besucher selbst: Macht uns Industrialisierung Angst? Bedeutet sie Fortschritt oder Ausbeutung? Die zwei letzten Führungen finden im Alten Zeughaus Frauenfeld statt. Eintritt frei, ohne Anmeldung

Einwanderer prägten die Industrialisierung im Thurgau massgeblich mit.
Einwanderer prägten die Industrialisierung im Thurgau massgeblich mit.

Veranstaltungsort

Altes Zeughaus
Zürcherstrasse  221
8500  Frauenfeld
Lageplan

Weitere Informationen

Tel. +41 58 345 73 80
historisches.museumNULL@tg.ch
https://historisches-museum.tg.ch

Organisation

Historisches Museum Thurgau