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Die Handelsmittelschule an der Kantonsschule Frauenfeld läuft aus

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat beschlossen, die Klassen der Handelsmittelschule (HMS) an der Kantonsschule Frauenfeld auslaufen zu lassen und ab Schuljahr 2018/19 keine erste HMS-Klasse mehr zu führen. Im August 2017 startet der letzte HMS-Ausbildungsgang, der im Sommer 2021 mit dem Praktikum abgeschlossen wird.

Auslöser für den Entscheid des Regierungsrates, die Klassen an der HMS an der Kantonsschule Frauenfeld auslaufen zu lassen, ist der drastische Rückgang der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren. Waren es im Jahr 2010 noch 141 Schülerinnen und Schüler, welche die HMS besuchten, sank diese Zahl im Jahr 2015 auf 74. Für das Schuljahr 2016/ 2017 kam eine erste Klasse mit noch 16 Schülerinnen und Schülern zustande. Für das Schuljahr 2017/2018 sind noch neun Schülerinnen und Schüler für die erste Klasse angemeldet.

Dieser Rückgang erklärt sich nebst der Demografie hauptsächlich durch den attraktiven Lehrstellenmarkt, der sich für die schulisch organisierte HMS nachteilig auswirkt. Es kommt hinzu, dass mit der HMS-Reform, die mit dem Schuljahr 2011/2012 eingeführt wurde, eine starke Angleichung an die duale berufliche Grundbildung erfolgte. In absehbarer Zeit ist keine Trendwende zu erwarten.

Vier Schülerinnen und Schüler haben dieses Jahr die Aufnahmeprüfung «auf Vorrat» bestanden. Damit hätten sie im Schuljahr 2018/2019 die HMS-Ausbildung beginnen können. Als Alternative wird ihnen angeboten, sich beim Kanton um eine Lehrstelle zu bewerben oder in die Fachmittelschule (FMS) einzutreten.

Der Entscheid zur Auflösung der HMS ist mit einer etappenweisen Stellenreduktion verbunden. Ein Teil kann mit Pensionierungen aufgefangen werden. Im Verlauf der drei kommenden Jahre werden jedoch rund 400 Stellenprozente insbesondere im Bereich Wirtschaft und Recht reduziert werden müssen.