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Berufsmesse Thurgau zeigt ganze berufliche Vielfalt

Im Kanton Thurgau laufen die Vorbereitungen zur Berufsmesse Thurgau auf Hochtouren. Monika Knill, Vorsteherin des Departements für Erziehung und Kultur, Rico Kaufmann, Vize-Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes (TGV), und Marc Widler, TGV-Geschäftsführer und Projektleiter der Berufsmesse Thurgau, orientierten im Vorfeld zur Berufsmesse über die aktuellen Herausforderungen in der Bildungspolitik und die Bedeutung der Berufsmesse Thurgau im Berufswahlprozess.

Statistisch ist der Kanton Thurgau sehr gut positioniert. Die Regierungsrätin verwies auf die 98 Prozent aller Schulabgängerinnen und Schulabgänger, welche im Kanton Thurgau nach der Oberstufe eine Anschlusslösung finden. Damit steht der Thurgau im interkantonalen Vergleich sehr gut da. Dass bei über 400 unbesetzten Lehrstellen im Sommer 2018 trotzdem 2 Prozent der Jugendlichen keine Lösung nach der obligatorischen Schulzeit fanden, sei auf persönliche Gründe oder das private Umfeld der Jugendlichen zurückzuführen. Die Gründe seien individuell und «von Fall zu Fall unterschiedlich», erklärte Knill.

Für die Erziehungsdirektorin ist die Berufsmesse Thurgau eine hervorragende Plattform, um Jugendlichen im Berufswahlalter die Vielfältigkeit des Bildungsangebotes im Kanton Thurgau aufzuzeigen und damit gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufswahl zu schaffen. Als Orientierungshilfe erhalten sowohl Schülerinnen und Schüler als auch deren Eltern eine gute Übersicht über die Breite der Ausbildungsmöglichkeiten für die Zeit nach der obligatorischen Volksschule. Eine seriöse Berufswahl trage aber auch zur Senkung der Lehrabbruchquote bei, wobei auch hier der Kanton Thurgau mit 3.6 Prozent sehr gut dastehe. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 6 Prozent. «Aus diesem Grund wurde auch im neuen Lehrplan der Berufswahlunterricht gestärkt», führte Knill weiter aus.

Die Wirtschaft benötigt Berufsnachwuchs

Rico Kaufmann unterstrich die Wichtigkeit der Berufsmesse Thurgau für die Thurgauer Wirtschaft. Der Vize-Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes bezeichnet die Berufsmesse für die Branchen und Lehrbetriebe als eine optimale Gelegenheit, um sich bei den Jugendlichen im Berufswahlalter bemerkbar zu machen. Da beinahe alle Oberstufen im Kanton Thurgau im Berufswahlunterricht die Berufsmesse besuchen, können die Betriebe effizient und zielgerichtet ihr Bildungsangebot anpreisen. Für den Wirtschaftsstandort sei es enorm wichtig, dass genügend Berufsnachwuchs rekrutiert werden könne. Der Thurgauer Gewerbeverband hatte deshalb vor acht Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und Berufsmesse Thurgau initialisiert, um im Interesse der Wirtschaft im Kanton Thurgau die Berufsbildung zu stärken, unterstrich Widler die Initiative des Thurgauer Gewerbes.

Die Talsohle ist durchschritten

Der allgemeine Rückgang der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ist auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückzuführen, welche derzeit im Berufswahlalter sind. Gemäss Regierungsrätin Monika Knill wird jedoch 2018 die Talsohle durchschritten, weshalb in den nächsten Jahren wieder mit einer Zunahme gerechnet werden darf. Bis ins Jahr 2030 rechnet die Regierungsrätin sogar mit einer Zunahme von über 20 Prozent. «Eine Herausforderung ist, dass das Lehrstellenangebot bis dahin erhalten bleibt».

Berufsmesse Thurgau

Die Berufsmesse findet vom 20. – 22.09.2018 auf dem Gelände des BBZ in Weinfelden statt. 71 Aussteller präsentieren auf 4000 m2 rund 200 Berufe, die im Kanton Thurgau erlernt werden können. Für Donnerstag und Freitag haben sich 2733 Schülerinnen und Schüler im Klassenrahmen angemeldet. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit total 7500 Besucherinnen und Besuchern. Der Eintritt ist kostenlos.

An der Berufsmesse Thurgau können die Jugendlichen verschiedene Berufe hautnah erleben.