Direkt zum Inhalt springen
 

Museumshäppli: Schweinehut und Schleeblustwasser. Verschwundene Nutzungsformen des Waldes

Mit Wald verbinden heute viele Menschen einen naturnahen Raum, Ruhe und Erholung. Holz benötigen wir als Baumaterial oder teilweise noch als Brennstoff. Andere Nutzungsformen des Waldes, ohne die das Leben in früheren Jahrhunderten undenkbar gewesen wäre, sind heute kaum mehr bekannt.

Der Wald nicht als Naherholungszone, sondern als wichtige Lebensgrundlage: eine Vorstellung, die uns heute fremd ist. Am Museumshäppli vom Donnerstag, 29. November 2018, im Schloss Frauenfeld referiert Volkskundler Peter Bretscher über die zahlreichen verschwundenen Nebennutzungen des Waldes. Für das Überleben in einstigen Zeiten waren sie unverzichtbar.

Öffentlicher Garten Eden

Bis zur Etablierung des Thurgauer Flurgesetzes 1806 war der Wald Allgemeingut und die Menschen nutzten ihn entsprechend. Hier mästeten sie Schweine und liessen Kühe und Ziegen weiden. Auch nach der Abschaffung der Weiderechte wurden Nahrungsmittel wie Beeren, Nüsse, Pflanzen für Tee oder Arzneimittel gesammelt. Laub diente als Viehfutter oder zum Füllen der Bettsäcke, mit Rinde verwandelte man Tierhäute in Leder. Unentbehrlich war Harz zur Herstellung unterschiedlicher Produkte wie Schusterpech, Ölfarben oder Druckerschwärze, aber auch zum Desinfizieren oder zum Abdichten von Schiffen. Universell einsetzbar waren auch Ruten. Daraus produzierten unsere Vorfahren Besen, Korbwaren, Befestigungen von Ufern bis hin zu gross angelegten Einzäunungen, Hauswänden, Fischreusen oder Wildfallen.

Das Mittagsreferat um 12.30 Uhr im Historischen Museum Thurgau entführt die Zuhörerinnen und Zuhörer in eine längst verschwundene Zeit und bietet ein Panoptikum früherer Alltagspraktiken. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.

In früherer Zeit war der Wald die Lebensgrundlage der Landbevölkerung.
In früherer Zeit war der Wald die Lebensgrundlage der Landbevölkerung.

Veranstaltungsort

Schloss Frauenfeld
8500  Frauenfeld

Allgemeine Angaben

Tel. +41 58 345 73 80
historisches.museumNULL@tg.ch
https://historisches-museum.tg.ch

Organisation

Historisches Museum Thurgau