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Rückläufige Kosten bei gleichzeitigem Anstieg der Schülerzahlen

Die finanzielle Lage der Thurgauer Schulgemeinden ist weiterhin gut. Die anhaltend steigende Steuerkraft ermöglichte gesamthaft eine Entlastung der Schulfinanzen. Dies ist der soeben erschienenen Broschüre «Schulfinanzen 2016» zu entnehmen. Ausserdem haben sich die Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr erneut erhöht. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler dürfte weiterhin steigen.

2015 gab es in den Thurgauer Regelschulen erstmals seit 18 Jahren einen Schülerzuwachs. Dieser Trend hat sich 2016 fortgesetzt, wie aus der Broschüre «Schulfinanzen 2016» hervorgeht. Die Schülerbestände wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent, damit besuchten 28 800 Kinder und Jugendliche die Regelschule. Diese verteilen sich auf 50 Primarschulgemeinden, 18 Volksschulgemeinden, 16 Sekundarschulgemeinden, fünf in Politische Gemeinden integrierte Primarschulen und eine in die Politische Gemeinde integrierte Volksschule. Ausserdem bestehen mit neun Thurgauer Sonderschulen Leistungsvereinbarungen.

Die Schülerzahlen dürften auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass die Schülerbestände bis 2020 auf total 30 500 ansteigen werden. Im Vergleich zum Berichtsjahr würde dies eine Steigerung von 5,9 Prozent bedeuten. Der Bericht zu den kleinräumigen Bevölkerungsszenarien rechnet bis 2026 gar mit einem Anstieg von 17,5 Prozent oder 5 000 Kindern und Jugendlichen auf insgesamt 33 800.

Lediglich beim Kindergarten ein Kostenwachstum

Wegen der steigenden Schülerzahlen haben sich auch die Gesamtkosten pro Schülerin oder Schüler um 0,9 Prozent auf 18 100 Franken reduziert. Damit resultierte erstmals seit der statistischen Aufbereitung der Zahlen im Jahr 1995 ein Rückgang der Kosten pro Kind. Die durchschnittlichen Kosten pro Kind betrugen im Kindergarten 12 400 Franken, auf der Primarstufe 17 300 Franken und auf der Sekundarstufe 23 900 Franken. Der Aufwand der Regelschulen hat sich insgesamt um 0,7 Prozent oder 3,5 Millionen Franken auf 521 Millionen Franken reduziert. Von den drei Stufen verzeichnete lediglich der Kindergarten ein Kostenwachstum, allerdings das geringste seit sieben Jahren.

Die Finanzlage der Thurgauer Regelschulen konnte auch in diesem Rechnungsjahr verbessert werden. Das Wachstum der Steuerkraft ermöglichte gesamthaft eine Entlastung der Schulfinanzen. Dies zeigt sich in der Reduktion des durchschnittlichen nach Einwohnern gewichteten Steuerfusses von 93,1 auf 92,8 Prozent. Dennoch kam es bei zwölf Körperschaften zu einer Steuerfusserhöhung. Das Eigenkapital der Schulgemeinden ist nach wie vor hoch. Ausserdem gab es im Berichtsjahr 2016 Bruttoinvestitionen von rund 91 Millionen Franken für diverse Bauprojekte.

Die Beitragsleistungen an die finanzschwächeren Regelschulen bewegten sich im Rahmen des Vorjahrs, das Gesamtvolumen bleibt bei 51 Millionen Franken. Inzwischen leisten 29 finanzstarke Schulgemeinden Ausgleichszahlungen im Umfang von 30 Millionen Franken. Die zahlenden Schulgemeinden übernahmen demnach einen Anteil von gegen 60 Prozent.

Zahl der Sonderschüler stabil
Die Zahl der Sonderschülerinnen und Sonderschüler blieb gegenüber dem Vorjahr stabil. Die ausserkantonalen Platzierungen gingen zurück, die Anzahl der integrativ beschulten Kinder nahm hingegen auch 2016 zu. Der Bruttoaufwand der Thurgauer Vertragssonderschulen reduzierte sich leicht auf insgesamt 57 Millionen Franken.

Die Broschüre «Schulfinanzen 2016» ist unter https://av.tg.ch verfügbar.