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Zeichen der Erinnerung: Regierungsrat setzt Arbeitsgruppe ein

Der Thurgau will ein Zeichen setzen zur Erinnerung an die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 sowie die Medikamententests in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. Zu diesem Zweck hat der Regierungsrat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ihm diesbezüglich Vorschläge unterbreiten wird.

Das Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 motiviert die Kantone, «Zeichen der Erinnerung» an die seinerzeitigen, inzwischen kritisch beurteilten Vorgänge zu schaffen. Entsprechende Forderungen wurden im Kanton Thurgau schon verschiedentlich von Betroffenen vorgebracht. Bereits vor einem Jahr wurde dem Regierungsrat ein Vorschlag gemacht, der namentlich auch die mutmasslichen Ergebnisse, die von den Abklärungen über die Medikamententests in Münsterlingen von den 1940er-Jahren bis in die 1980er-Jahre zu erwarten sind, mitbedenkt. Diese Anregung wurde vom Regierungsrat aufgenommen. Nun hat er eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Bemühungen bündelt und dem Regierungsrat im Laufe dieses Jahres einen Vorschlag einreicht, wo und welche Zeichen der Erinnerung im Thurgau geschaffen werden sollten. Der Arbeitsgruppe gehören alt Regierungsrat Claudius Graf-Schelling, Martha Monstein, Chefin des Kulturamtes, und Staatsarchivar André Salathé (Vorsitz) an.